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Warum Design für einige Branchen besonders wichtig ist

Im Online-Geschäft halten Webseiten weiterhin ihre Vorreiterstellung, denn die meisten Geschäfte werden tatsächlich über die Webseite oder den daran angeschlossenen Onlineshop gemacht. Damit dies gelingt, kommt es jedoch stark auf das vorherrschende Design an. Der Leitsatz »Form follows Function« gilt dabei weiterhin, denn auch das grandioseste Design wird nicht zum Erfolg führen, wenn vor lauter Designelemente die Handhabung der Webseite unmöglich wird. Trotzdem sind die optischen Reize wichtig und in manchen Branchen notwendig. Aber worauf kommt es wirklich an?

@ Ben Kolde / Unsplash.com | Ein gutes Design schafft einen guten ersten Eindruck, eine gute Atmosphäre und macht die Handhabung trotzdem nicht kompliziert.

Der erste Eindruck zählt

Die beste Idee, das tollste Produkt: Kein Unternehmen wird Kunden von sich überzeugen können, wenn die Kunden bereits beim ersten Besuch der Homepage davon abgehalten werden, tiefer auf die Seite einzutauchen. Es gibt ganz klar abschreckende Beispiele WWW und wer überlegt, hat sie alle schon gesehen: Grelle, gar blinkende Schrift, animierte Objekte, grelle/weiße Schrift auf tiefschwarzem Grund sind nur wenige dieser Beispiele. Experten haben herausgefunden, dass beim Webseitenbesuch tatsächlich der erste Eindruck darüber entscheidet, ob der Kunde weiterschaut oder nicht. Und mit erstem Eindruck sind wenige Sekunden gemeint. Betriebe müssen also dieses knappe Zeitfenster nutzen, um den Kunden auf seine Seite zu ziehen:

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  • Klarheit – der Seitenbesucher muss auf einen Blick erkennen, um welche Seite es sich überhaupt handelt. Viele Unternehmen machen immer noch den Fehler davon auszugehen, dass Kunden schon die URL eingeben werden und somit wissentlich die Seite aufrufen. Das ist falsch, denn viele Seitenbesucher werden von Google auf die Webseite verwiesen. Wenn nun ein Craft-Bierbrauer eine Webseite präsentiert, die nicht aussagt, ob nun Bier oder ein Fahrrad verkauft wird, weicht der Kunde aus.
  • Freundlichkeit – das Design, also die Aufteilung, Farbwahl und Zusammenstellung müssen freundlich wirken. In diesem Punkt gibt es natürlich Ausnahmen, doch erwartet die Zielgruppe diesbezüglich ein abweichendes Design. Doch auch dieses muss soweit Freundlichkeit ausstrahlen, dass der Besucher geneigt ist, sich umzusehen.
  • Nutzerführung – kein Seitenbesucher hat Lust, sich umständlich von oben bis unten durch den Seitenaufbau zu suchen, um eventuell eine Navigation oder das Menü zu finden. Zugleich erwartet ein Nutzer bei »Kontakt« auch Kontaktmöglichkeiten, nicht jedoch Informationen zu Zahlarten.

Wer diese Punkte beachtet, ist bereits einen großen Schritt weiter. Nun kann überlegt werden, wie das vorgestellte Material bestens präsentiert wird. Dazu gibt es diverse Möglichkeiten, die sich streng nach der Zielgruppe ausrichten.

Das Design sollte zur Zielgruppe passen

Obgleich eine Zielgruppe in sich divers ist, erwarten Personen einer Zielgruppe ein zu den Produkten oder Dienstleistungen passendes Design. Ein Grafiker oder Fotograf, der auf seiner Homepage ausschließlich Text aber keinerlei Grafiken oder Bilder präsentiert, wird die Zielgruppe stets enttäuschen. Dasselbe gilt für einen Rechtsanwalt, der unzählige Bilder oder Grafiken zeigt, jedoch mit Informationen geizt. An dieser Stelle kann jeder für sich überlegen, was er erwarten würde, wenn er einen Shop oder eine Seite mit den Produkten aufsucht. Einige Tipps:

  • Modeseiten – ob reiner Shop, die Stücke aus der eigenen Schneiderei oder auch die Online-Visitenkarte eines Kostümschneiders: Bilder sind auf diesen Seiten unglaublich wichtig. Kunden oder Interessenten möchten die Stücke möglichst lebensnah sehen und das natürlich aus verschiedenen Perspektiven. Wer Mode- und Stylingtipps in das Design einarbeitet und unter den jeweiligen Stücken gleich verrät, mit welchen anderen Stücken sie kombiniert werden könnten, punktet bei einem Großteil der Zielgruppe.
  • Grafiker/Fotografen/Maler – auch hier gilt: Fotos oder, bei Grafikern, Arbeitsproben, sind ein Muss. Seitenbesucher haben ausschließlich über die Homepage die Möglichkeit, sich ein Bild über den Anbieter zu machen. Wer würde einen Grafiker oder Fotografen beauftragen, wenn nicht ein einziges Bild sichtbar ist?
  • Versicherungen/Finanzen/Recht – bei diesen Branchen kommt es eher auf die Information an, nicht auf die Grafik. Was auch nicht bedeutet, dass die Seite allzu textlastig sein sollte. Jeder Text kann mit passenden Grafiken oder auch einem Bild aufbereitet werden. Auch Videos sind erlaubt. Rechtsanwälte oder Finanzdienstleister könnten das Video beispielsweise nutzen, um persönlich dem Seitenbesucher Informationen über ein Produkt oder ein Rechtsgebiet zukommen zu lassen.
  • Online-Casinos – sie müssen die Atmosphäre eines Casinos virtuell darstellen. In der Regel erwarten Spieler, schon auf den ersten Blick Bonusangebote und die Topspiele des Casinos zu sehen. Da die Konkurrenz groß ist und Casinospiele immer mehr auf mobilen Geräten gespielt werden, sind das Design und die Nutzerführung besonders wichtig. Ein Casino kann durchaus aus der Gunst eines Spielers fallen, wenn das Angebot kaum vom Smartphone aus zu nutzen ist. Entsprechende Tests wie der von Sunmaker gehen zwar eher auf die Spielmöglichkeiten ein, jedoch wählen viele User am Ende auch nach der Optik.
  • Arztpraxen – die Webseite benötigt einen Wohlfühlcharakter und geht das Spagat aus Information und Bildern. Obgleich Patienten natürlich sehr daran gelegen ist, notwendige Informationen über die Ärzte und das Angebot zu erfahren, ist es ihnen oft ebenso wichtig, die Praxis virtuell schon einmal kennenzulernen. Diese Regel trifft auch auf Kindergärten, Kindertagesstätten oder für Pflegemütter zu. Auch hier schauen Eltern sich das Ambiente gerne online an und entscheiden anschließend, ob sie ihren Nachwuchs in die Hände dieses Betriebs geben möchten, bzw. einen Termin ausmachen wollen.

Generell schadet es nicht, sich bei der Konkurrenz umzusehen und zu schauen, wie die Großen der Branche ihre eigenen Webseiten gestalten. Nur darf der Aufbau nicht kopiert werden, denn auch dies merkt die Zielgruppe. Eine Kopie bringt einem Unternehmen zudem gar nichts, denn es würde einzig als »Jemand wie Branchenriese« wahrgenommen, nicht aber als eigener Betrieb oder Anbieter. Jegliche positiven Alleinstellungsmerkmale gingen auf diesem Weg verloren – und das möchte niemand.

@ Helloquence / Unsplash.com | In einem gut gedachten Design steckt eine ganze Menge Planung.

Fazit – unbedingt Zeit investieren

Sicherlich gibt es die Werbeangebote, dass mit Baukästen eine Homepage samt Shop in zehn Minuten erstellt werden kann. Technisch ist das möglich, doch kommt nun das Design und die Gestaltung. Betrieben kann nur geraten werden, sich für die Gestaltung der Homepage Zeit zu nehmen und einen Experten mit ins Boot zu holen, wenn sie selbst zu unerfahren sind. Passt die Homepage, immerhin der Außenauftritt eines Unternehmens nicht, werden potenzielle Neukunden schon auf den ersten Schritten verschreckt. Das kann niemand wollen. Daher: Eine gute Homepage und das Design benötigen Zeit.

Bildquelle Titelbild:

  • Rawpixel.com/shutterstock.com

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