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Open-Source ERP-Software: Eine echte Alternative?

Lange Zeit galt Open-Source ERP-Software als das nächste zukunftsträchtige Modell. Und es klingt durchaus verlockend, ein komplettes ERP-System kostenfrei aufsetzen zu können. Doch bei näherer Betrachtung wird schnell klar, ganz ohne Kosten ist ein solches Projekt nicht zu realisieren. Wir zeigen Ihnen die Vor- und auch die Nachteile des Open Source Ansatzes und zeigen auf, warum sich dieses Modell in der Sphäre der ERP-Software nicht so richtig durchzusetzen scheint. Ebenso wollen wir klären, wann und für wen eine Open Source-ERP-Software überhaupt in Frage kommt.

Definition von Open Source

Open Source beschreibt Software, dessen Quelltext öffentlich von Dritten eingesehen, bearbeitet und genutzt werden kann. So lassen sich Softwareanwendungen, die diesem Ansatz folgen, meistens auch kostenlos nutzen und für verschiedene Zwecke einsetzen. Dabei ist die Nutzung jedoch oftmals an bestimmte Bedingungen geknüpft. Genau diese Bedingungen unterscheiden den Open Source-Ansatz von freier Software. Diese muss differenziert von Open Source-Software betrachtet werden. Hier wird der Quelltext, ähnlich wie beim Open Source-Ansatz kostenfrei Dritten zugänglich gemacht. Dabei wird hier jedoch der Ansatz vertreten, dass der Nutzer die Kontrolle der Software hat und keinerlei Einschränkungen unterlegen sein sollte.

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Open Source-ERP-Software in der Praxis

Der Open Source-Ansatz wurde noch vor wenigen Jahren als Trend nächste Trend beschrieben, konnte diesen Erwartungen jedoch nicht gerecht werden. Die Gründe für das Ausbleiben des Hypes liegen in der fehlenden Funktionalität und dem hohen Anpassungsaufwand dieser Systeme begründet. Um so erstaunlicher, dass dieser Ansatz außerhalb der ERP-Welt in vielen Bereichen gut zu funktionieren scheint. Bedenkt man den Erfolg von Mozilla oder Linux, scheint es durchaus erfolgreiche Beispiele am Markt für den Open Source-Ansatz zu geben. Der Grund, warum sich dieser Ansatz nur schlecht auf ERP-Systeme übertragen lässt, ist auch in der Komplexität dieser Systeme zu suchen. Am Markt finden sich nur wenige Open-Source-Systeme, die quellenoffen von Nutzern kostenfrei eingesetzt und verändert werden können.

Etablierte ERP-Systeme am Markt tragen meist einen hohen zeitlichen Aufwand und langwierige Erfahrung der Entwickler in sich. An diese Qualität und Funktionalität reichen viele Open-Source-Lösungen längst nicht heran. Da der Betrieb einer ERP-Software ein derart sensibles Unterfangen und man von deren Erfolg maßgeblich abhängig ist, setzen viele Anwender lieber auf bewährte Systeme erfahrender Anbieter.

Hoher Aufwand bei Anpassungen von Nöten

Um eine ERP-Software erfolgreich im eigenen Unternehmen einsetzen zu können, muss diese perfekt zur eigenen Prozessstruktur passen. Das erfordert immer auch Anpassungen an der einen oder anderen Stelle. Ein Open-Source-ERP verstärkt diese Problematik. Während bei kommerziellen Systemen viele Anpassungen bereits programmiert und anwenderfreundlich schnell umgesetzt werden können, ist der Programmieraufwand bei quellenoffenen Lösungen deutlich höher.

In diesem Fall ist die eigene IT-Abteilung gefragt. Ist diese dafür nicht ausgelegt, muss ein externer Dienstleister gefunden werden, der sich dieser Aufgabe annehmen kann. Das ist wiederum mit Kosten verbunden. Auch ist es nicht ganz einfach einen Anbieter zu finden, der sich auf eben jenes Open-Source-System spezialisiert hat und zudem noch in der Lage ist, Anpassungen für ein Unternehmen einer speziellen Branche anzufertigen.

Folge- und versteckte Kosten bei Open Source ERP-Software

Blickt man auf die Kosten einer ERP-Software scheint das Wegfallen von Lizenzgebühren bei Open Source-Alternativen durchaus verlockend. Dies stellt sich jedoch oftmals als Trugschluss heraus, etwa dann, wenn der eigene Programmier- und Anpassungsaufwand aus dem Ruder zu laufen droht. Denn Arbeitszeit, ganzgleich ob die der eigenen Angestellten oder externe Dienstleistung kostet Geld.

Je mehr Arbeit letztlich in die Anpassungen gesteckt werden muss, desto höher auch die Kosten. Zudem ist man für die Wartung und Instandhaltung der Software komplett selbst verantwortlich, was weitere betriebliche Ressourcen bindet. Kommerzielle Open Source Modelle verbinden oftmals das kostenlose Angebot mit zusätzlichen kostenpflichten Funktionen oder Servicedienstleistungen.

Community einfach zu klein

Der Misserfolg der Open Source-ERP-Software liegt auch darin begründet, dass man es bislang nicht geschafft hat, eine umfangreiche und lebendige Community ins Leben zu rufen, die auch von zahlreichen Softwareexperten gestützt wird. Linux beispielsweise wird von Oracle gefördert, um die Marktmacht Microsofts zu brechen, Mozilla von Google, um die eigene Suchmaschine zu verbreiten. Im Bereich der ERP-Software konkurrieren viele kleine und mittelständische Anbieter miteinander und treffen am Markt auch auf die Marktgrößen SAP oder Microsoft. Die Konkurrenz ist einfach viel größer, was das Brechen von Monopolen durch Open Source-Software obsolet macht. Sie wollen weitere Informationen zu ERP-Systemen, dann besuchen Sie uns auf https://www.erp.de/.


Bildquelle Titelbild:

  • Blue Planet Studio/shutterstock.com

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