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Lean Six Sigma: Ein Management-System zur Prozessoptimierung

Unternehmen streben nach Wachstum und Erfolg. Dem einzelnen Unternehmer helfen makroökonomische Erfolgsrezepte dabei, über den Tellerrand seines Wirkungsbereiches hinauszuschauen. Wegweisend war in diesem Sinne zunächst der Wechsel vom Fordismus zum Toyotismus und damit der Wechsel von einem rein additiven Fließbandsystem hin zu flexibleren und prozessorientierten Fertigungssystemen, die den Mitarbeiter stärker einbeziehen. Dieser Wechsel nach japanischem Vorbild wurde im Westen unter dem Schlagwort von Lean Management moduliert. Ein anderes Management-System ist das Modell Six Sigma, das ebenfalls in Japan geprägt wurde.

Mit dem Konzept Lean Six Sigma werden beide Methoden des Qualitätsmanagements miteinander verknüpft. Dies geschah, nachdem festgestellt wurde, dass sich beide Denkschulen wunderbar miteinander ergänzen. Es geht also bei der Kombination von Six Sigma mit dem Lean Management um die Herstellung von Synergieeffekten. Gefragt wird nicht, welches Konzept das Bessere ist, sondern wie sich die Tools beider Konzepte im Sinne des unternehmerischen Erfolges bestmöglich miteinander verbinden lassen. Etwa seit den 1990er Jahren wird international im großen Stil nach den Maßstäben von Lean Six Sigma gearbeitet.

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Was bedeutet Six Sigma?

Innerhalb des glockenförmigen Modells der Gaußschen Normalverteilung haben die Griechen dem Parameter des Mittelwerts den Buchstaben My (μ) verliehen und dem Parameter der Standardabweichung den Buchstaben Sigma (σ). Mit jeder Standardabweichung vergrößert sich der abgedeckte Inhalt dieser Kurve auf folgende Werte:

  • 1σ : 68,26 %
  • 2σ : 95,45 %
  • 3σ : 99,73 %
  • 4σ : 99,9937 %
  • 5σ : 99,999943 %
  • 6σ : 99,99999966 %

Nun wird der Begriffsbezug klarer, denn six Sigma (6σ) stellt das Ziel dar, das Unternehmen anstreben, die mit diesem System des Qualitätsmanagements arbeiten. Ihr Ziel ist es, dass von einer Million Arbeitsschritten 99,99999966 % korrekt ausgeführt werden. Die Fehleranzahl läge bei einem Six-Sigma-Niveau bei 34 von 1.000.000 Möglichkeiten. In der Praxis kommen Unternehmer im Rahmen ihrer Prozesse auf einen Wert von knapp 4σ. Der Grad der richtig ausgeführten Arbeitsschritte liegt somit bei knapp 99,9937 % und die Fehleranzahl bei etwas mehr als 0,62 %. Im Unternehmensalltag wird somit das Ideal von Six Sigma um mehr als den Faktor 1826 verfehlt.

Was zeichnet das Unternehmenskonzept aus?

Six Sigma bedeutet also Arbeiten am Optimum. Es vermittelt höchste Erwartungen an Mitarbeiter und Führungspersonal, erfordert standardisierte Schulungsverfahren und setzt die Bereitschaft aller Beteiligten zum lebenslangen Lernen voraus. Die Anforderungen erstrecken sich vor allem auf den analytisch-statistischen Bereich für das ständige Arbeiten mit Kennzahlen und Meilensteinen. Aber auch sogenannte soft skills wie Teamfähigkeit, Führungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit werden erwartet. Zum Verständnis gehört dazu, dass sich das Management-System nicht in der Reduktion von Fehlern erschöpft. Mindestens genauso wichtig ist ihm die Optimierung von Prozessen, Vermeidung von Verschwendung, Einsparung von Kosten und die Entwicklung attraktiver Lösungen für den Kunden.

Gerade an der sensiblen Schnittstelle zwischen Kostensenkung und Kundenzufriedenheit hilft das System Unternehmern dabei, die richtige Balance zu finden, damit die Kostenreduzierung nicht zulasten von Kundenservice und Produktqualität geht und die Investitionen in Kundenservice und Produktqualität die Unternehmenskosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Bei jedem Projekt wird um Lösungen gerungen, den zuvor ermittelten Kundenbedarf zu den günstigsten Kosten zu bedienen.

Arbeiten nach dem Grundsatz DMAIC

Zur Erreichung der hochgesteckten Ziele werden die Prozesse in den Unternehmen nach dem Prinzip von DMAIC durchgeführt. Das Akronym lässt sich in die fünf Methoden define (definieren), measure (messen), analyze (analysieren), improve (verbessern) und control (kontrollieren) aufschlüsseln. Auf den Unternehmensalltag angewandt, so wird ein Problem zunächst als solches kenntlich gemacht (definiert) und dann in seiner Tragweite und Bedeutung für das Unternehmen mit statistischen Werkzeugen gemessen.

Als nächster Schritt folgt die gründliche Analyse für die Ursachenforschung mit Identifizierung der Einflussfaktoren. Ist die Ursache erkannt, geht es beim Verbessern nun darum, eine Lösung zu finden und das Problem zu beheben. Zum Schluss wird – zum Beispiel mit den Methoden von Monitoring – kontrolliert, ob das Problem auch wirklich beseitigt ist. Der letzte Schritt dient nicht nur der Sicherstellung der Umsetzung, sondern auch dazu, dass die Verbesserung im Unternehmen fortan systematisch mit Leben gefüllt wird. Die Lösungen haben smart zu sein und damit spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.


Bildquelle Titelbild:

  • NicoElNino/shutterstock.com

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