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Woran man einen guten Designer erkennt

Gutes Design dreht sich nicht nur um Pixel

Du bist ein Meister darin, die perfekte Farbumgebung zu treffen, Du kannst einwandfreie Raster-Layouts umsetzen und du kennst jede Tastenkombination für alle Befehle aus der Adobe Creative Suite. Du hast zahllose Stunden in Deiner Freizeit und nächtelang am Wochenende mit überdosierten Kaffee vor dem Rechner verbracht, um Dir CSS und PHP selbst beizubringen. Du beherrscht die neuesten Techniken, um Websites für alle Mobilgeräte optimal darstellen zu lassen und für jeden Anwender perfekten Zugang zu ermöglichen.

Du fühlst Dich gut und glaubst eine große Nummer als Designer zu sein! Aber bist Du es wirklich?

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Woran erkennt man eigentlich, ein guter Designer zu sein? Webdesign handelt nicht nur darum, Dinge hübsch aussehen zu lassen. Es geht um weit mehr als ein umfangreiches Verständnis für Farblehre und guten Geschmack, um ein guter Designer zu sein. Natürlich sind soeben beschriebenes Know-how eine nette Bereicherung, aber es sind nicht die einzigen Bereiche, auf die wir uns beim Designen konzentrieren sollten.

Es ist wichtig zu verstehen, dass sich außerhalb des Büros eine andere Welt aus Designs erstreckt. Die physische Welt. Ich spreche von Ideen, die aus der Sicht der realistischen Denkweise der Person umgesetzt werden, die von den alltäglichen individuellen Erfahrungen geformt werden. Es ist der menschliche Aspekt, der uns als Designer definiert.

Sprungmarken:

Potential erkennen

Viele Menschen erkennen nicht den Wert einer Persönlichkeit. Wie Du von anderen wahrgenommen wirst, spielt eine wichtige Rolle für Deinen Gesamterfolg in der Branche. Es ermöglicht anderen, sich schnell zu entscheiden, ob Sie Dir den neuen Auftrag geben, mir Dir als Partner zusammenarbeiten oder von Dir lernen möchten. Vor diesem Hintergrund ist es für viele viel zu einfach, den Menschen hinter den Erfolg zu übersehen.

Nehmen wir die Ausbildung als Beispiel:

wir alle können eine leidenschaftliche Geschichte über unsere ersten Schritte in unserem Bereich erzählen. Einige Geeks haben mit 14 Jahren begonnen, sich CSS, PHP und JavaScript selbst beizubringen, hingegen sich andere 6 Jahre geduldig einem Studium auf einer erstklassigen Kunstschule gewidmet haben.

Während beide Szenarien wirklich sehr beeindruckend sind, denke ich, dass sie am Ende des Tages keine Bedeutung haben. Na gut, sicherlich mag es für Dich persönlich sehr wichtig sein, aber nicht für Deinen Chef oder Deine potentiellen Kunden.

Es mag eine harte Pille für diejenigen zu schlucken sein, die tausende Euros in eine Ausbildung investiert haben, aber aus meiner Sicht spielt die Ausbildung für den beruflichen Erfolg keine Rolle. Der Kunde interessiert sich nicht dafür, was Du während der Ausbildung geleistet hast. Was zählt, ist die Persönlichkeit und das Portfolio. Natürlich ist der Wettbewerbsdruck sehr hoch, sodass jede Form von Ausbildung und Zertifikaten von Vorteil sein können, aber der Punkt, den ich versuche zu verdeutlichen ist: Lass es dir nicht zu Kopf stehen. Was Du wissen solltest ist, wo Du bei Deinen Kollegen wirklich stehst.

Sich seinen Fähigkeiten vollkommen bewusst zu sein, wird Dir den Auftrieb verschaffen, Dein eigenes Potential aus einer Sichtweise zu erfassen, die es Dir ermöglicht, bisher ungeahnte Ziele wie ein Magnet in Deine Realität zu ziehen. Das unaufhörliche Verlangen, mehr von Dir selbst zu erfahren, wird Dich motivieren, fokussierter an Deinen Zielen zu arbeiten. Ehrlichkeit und die offene Bereitschaft aus Fehlern zu lernen, wird Dich dabei viel weiter bringen als Arroganz und falscher Stolz.

„Real Life“-Erfahrungen erzeugen stärkere Ideen

Manchmal denke ich, wir vergessen, wie cool unsere Arbeitsplätze eigentlich sind. Jeden Tag haben wir fantastische Gelegenheiten mit Menschen zu kommunizieren, Kunst zu machen und Geschichten zu erzählen. Es ist daher immer wieder erstaunlich, wieviele Designer sich in einen Kampf um die Idee der Kommunikation konfrontiert sehen.

So viele sind besessen von Gestaltungsprinzipien und Trends und vergessen dabei völlig, dass Design sich nicht um Ästhetik allein dreht.

Design ist ein Lebensstil, es ist Alltag. Design ist, wie Du die Welt um Dich herum, Dich selbst und Deine Mitmenschen darin wahrnimmst. Design handelt darum, andere Menschen zu verstehen. Wenn Du Dich da draußen unter allen anderen nicht als Teil darin verstehst, wirst Du nie das ganze Bild erkennen.

Lass es mich erklären. Schalte Dein iPhone aus, logge Dich aus Facebook aus und fahre Deinen PC herunter. Jetzt atme tief durch. Fühlst Du dich gut? Gut, jetzt tue mal folgendes:

  • setze Dich in ein schönes Café und beobachte die verschiedenen Menschen um Dich herum.
  • Oder packe Deinen Koffer und verreise, weit weg.
  • Lerne eine neue Sprache.
  • Lese endlich das Buch, das Du vor einem Jahr bei Amazon gekauft hast und seitdem im Regal verstaubt.
  • Beginne mit Yoga.

Sei offen für ALLES. Begebe Dich in die Umgebung außerhalb der digitalen Netzwerke. Auch wenn Du die Ergebnisse dieser neuen Erfahrungen nicht direkt erkennen solltest, wird jede einzelne dieser neuen Erfahrungen Dein Denken beeinflussen und Deine Art zu kommunizieren verbessern. Du wirst tiefer denken und Deine Ideen werden stärker.

Reisen wird Deinen Geist öffnen, Musik wird Dich begeistern, Yoga wird Dich beruhigen und das Erlernen einer neuen Sprache könnte sich als nützlich erweisen, wenn Du Deinen Kundenkreis ausbauen möchtest.

Noch nicht überzeugt? Vielleicht kann Dich eine persönliche Erfahrung erleuchten. Vorletztes Jahr traf Natasha McDiarmid, Grafik Designerin aus Kanada, die Impulsive Entscheidung, allein von Kanada nach Südafrika zu fliegen, um dort mit gefährdeten Tieren zu arbeiten. Diese Erfahrung ist noch ziemlich lebendig in ihrem Kopf. Diese Zeit hat sie verändert und hatte sie auf eine Weise gefordert, wie sie es zuvor noch nicht erlebt hatte.

Wie die Monate nach dieser Zeit vergingen, konnte Natasha sehen, wie ihr kleines Abenteuer in ihrem täglichen Leben hinein rieselte. Erlebt zu haben, wie andere um sie herum, mit anderen Konflikten auseinandergesetzt waren (Hunger, Leid, Armut), hat in ihr großes Mitgefühl und eine noch größere Vision für die Farbpalette der Schönheit des gesamten Bildes vermittelt.

Eine andere Perspektive

Insgesamt sollten wir uns bemühen, das Leben ein wenig anders zu betrachten, als die meisten. Nehme Dir hin und wieder die Zeit, den inneren Künstler in Dir zu wecken und tauche dabei in etwas völlig Neues ein oder betrachte Dich selbst aus einer anderen Perspektive.

Denn das, worauf es bei einem guten Designer ankommt, ist seine Vision, Ehrlichkeit, Persönlichkeit und das gewisse Etwas – das ist, was zu tun ist, um Deine Arbeit als Designer auf das nächsthöhere Plateau zu schwingen.

Jeder kann sich mit den effizienten Umgang der notwendigen Programme auseinandersetzen und die Geschichte der Typografie lernen. Die besten Designer sind jedoch diejenigen, die das Leben außerhalb des Monitors verstehen.

(Artikelbild von flickr.com © *jude*, CC-Lizenz)

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2 Antworten auf "Gutes Design dreht sich nicht nur um Pixel"
  • Avatar

    Hi Jonathan,

    ich lese regelmäßig auf deinem Blog. Dieser Artikel ist aber gewissen mal was ganz anderes.

    Ich kenne beide Seiten…

    Ich habe mich schon sehr früh mit dem Web (inkl. Design) beschäftigt. Zu diesen Zeiten waren wir noch sehr weit von Design entfernt. Später kam dann auch PHP und Konsorten (CSS usw.) dazu. Dann kam auch noch ein Informatik-Studium und darauf dann noch ein BWL-Studium. Also: Eigentlich war ich ein perfekter Developer. Und Wirtschaftswissen hatte ich auch.

    Dann kam aber ein ganz anderer Punkt…

    Irgendwie habe ich es nicht geschafft, meine Kenntnisse auch zu transportieren. Meine erste Reaktion: Noch mehr Bücher lesen und Wissen aufsaugen. Letztendlich, als ich ein wenig älter wurde, habe ich auch mehr den esoterischen Weg eingeschlagen. Ich habe vieles probiert und für mich entdeckt: Yoga, Tai-Chi, Globetrotting und das ganz wichtig – auch mal offline sein.

    Die wahre Inspiration ist der reale Gedankenaustausch mit anderen Menschen. Vor allem auch mit Menschen, die völlig anderen Kulturkreisen angehören.

    In diesem Sinne…

    Sven

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