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Baukasten-Systeme: Ohne Programmierkenntnisse zur eigenen Firmenwebsite

Homepage-Baukästen werden seit den 1990er-Jahren angeboten. Damals waren die Baukasten-Lösungen vor allem bei Privatpersonen beliebt, die darüber private Themen publizieren konnten. Auch kleine Unternehmen und Einzelunternehmer waren daher auf eine professionell programmierte, kostenintensive Webpräsenz mit Betreuung durch Experten angewiesen.

Heute sind die Baukasten-Angebote breiter gefächert, lassen Nutzer ohne Fachkenntnisse oft optisch ansprechende Seiten erstellen und sind dabei günstig und umfangreich. Lohnt sich die Nutzung für Unternehmen?

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Websites als Must-Have: SEO-Optimierung und Präsenz

Die Frage, wann ein Unternehmen eine eigene Website benötigt, stellt sich im Jahr 2017 im Grunde nicht mehr. Rund 50% der Deutschen besaßen und nutzten Anfang 2016 ein Smartphone. 84% der Deutschen nutzen das Internet, 19 Millionen Menschen sind täglich online. Wer seine Zielgruppe erreichen möchte muss über eine Suchmaschine auffindbar sein.

Damit Unternehmen und Dienstleistung mit den korrekten Suchbegriffen gefunden werden, ist ein gezielter Einsatz der Suchmaschinenoptimierung (SEO) notwendig. Profile auf sozialen Netzwerken und beruflichen Foren oder Anzeigen in den örtlichen Kleinanzeigen lassen sich nicht für Suchmaschinen optimieren.

Über eine eigene Website dagegen haben Firmen die freie Wahl ob sie sich regional darstellen oder bundesweit mit bestimmten Begriffen in den Treffern erscheinen wollen. Zusätzlich lassen sich auf einer eigenen Homepage Qualifikationen, Kontaktdetails, Öffnungszeiten und Angebote einpflegen. So erhalten potentielle Kunden und Partner mit wenigen Klicks alle Informationen, die sie benötigen.

Budgetfrage: Professionelle Website oder Homepage-Baukasten?

Einen Budgetposten für die Präsentation im Netz einzuplanen fällt gerade Startups und kleinen Unternehmen schwer. Eine professionelle Website kann mehrere tausend Euro kosten und muss durch eine Firma oder einen IT-Experten betreut werden, der sie auf dem neuesten Stand hält und Sicherheitsrisiken abwehrt. Sollten Unternehmen also aus Kostengründen auf die Website verzichten?

Viele online und offline verfügbare Baukasten-Systeme stellen eine attraktive Alternative dar. Für die Erstellung der Seite werden keinerlei Programmierkenntnisse benötigt, in den Editoren sind selbst einfache Funktionen mit Erklärungen versehen. Wer sich zutraut, die Ästhetik der Website selbst anzupassen und lediglich für die Inhalte einen Texter zu beauftragen, der die SEO-Vorgaben einbezieht, kann sich per Baukasten an das Vorhaben Website wagen. Ein Bonus der Online-Baukästen: Die Websites liegen auf sicheren, professionell betreuten Servern und kosten dennoch nur wenige Euro im Monat.

Offline oder Online-System: Welche Baukästen gibt es?

Programme wie Zeta Producer Desktop CMS, Magix Web Designer und Adobe Dreamweaver lassen den Nutzer offline eine Website erstellen und auf dem eigenen Webspace einbinden. Das Magix Paket allein bietet bereits über 200 branchenspezifische Vorlagen, die einfach angepasst werden können. Der Vorteil der Offline-Bearbeitung ist am ehesten in der großen Bandbreite an Anpassungsmöglichkeiten zu suchen.

Schneller aktualisieren lassen sich Homepages über Online-Baukasten-Anbieter wie WIX, Jimdo und 1&1. Natürlich gibt es auch im englischsprachigen Bereich zahlreiche Angebote, etwa von Odoo, Webmatic oder Dotclean. Gerade Firmen in der Kreativbranche profitieren von den häufig grafisch sehr ansprechenden Baukasten-Templates, in die sich mit wenigen Klicks Bilder und Content einfügen lassen.

Im Schnitt sind die Onlineangebote weniger individualisierbar als eine offline erstellte Seite, dafür sind sie sofort live und eignen sich auch für einzelne Projekt-Websites, private Präsenzen oder Websites, die sehr oft aktualisiert werden. Anpassen lässt sich online wie offline nahezu alles. Unterseiten lassen sich zu Navigationsmenüs hinzufügen, Header, Illustrationen, Logos und auch die Seiteninformation und Metadaten lassen sich anpassen. In den Offline-Baukästen lassen sich Websites ohne Template komplett individuell erstellen.

Einige Anbieter bieten die Website-Erstellung kostenfrei an, wenn Nutzer die automatisch platzierte Werbung akzeptieren. Hier sollten Firmen jedoch nicht sparen und eine werbefreie Abo-Lösung wählen. Nutzer behalten stets die Kontrolle über ihre Inhalte und Aktualisierungen. Die meisten Templates sind bereits für die wachsende Gruppe der Mobilnutzer optimiert. So sind die Baukasten-Systeme auch für Unternehmen mittlerweile eine gute Alternative zur professionell betreuten Website.

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5 Antworten auf "Baukasten-Systeme: Ohne Programmierkenntnisse zur eigenen Firmenwebsite"
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    Aus Sicht eines Webdesigners (klar, oder ;-)) kann ich von den Homepage-Baukästen nur abraten! Sicher, der Funktionsumfang ist mittlerweile deutlich größer als vorher und es lassen sich damit sicher auch recht ansehnliche Seiten erstellen, die technische Umsetzung ist aber leider meisten ein Graus.

    Oftmals sind die Vorlagen durch die zahlreichen Elemente total überladen, was die Webseiten unnötig aufbläht und sich natürlich auch negativ in der Ladezeit bemerkbar macht. Durch das Baukastensystem hat man an dieser Stelle auch nicht viele Möglichkeiten, entsprechend einzugreifen.

    Wer sich selbst an einer Homepage versuchen will, sollte lieber WordPress mit einem vorgefertigten Template installieren. Die meisten Webhoster bieten ja mittlerweile eine einfache 1-Klick Installation an. Damit ist man in meinen Augen deutlich besser bedient und vor allem unabhängiger.

    • Jonathan Torke

      Das denke ich auch. Es ist doch immer davon abhängig, was für ein Projekt jemand im Web überhaupt plant. Wenn jemand einfach nur seine Dienstleistung darin vorstellen möchte – zum Beispiel als Heilpraktikerin – sind diese Baukästen ideal. Sie liefern das nötigste: Inhalte und Kontaktformulare. Tolle animierte Tour-Guides übernehmen dabei das Meiste beinahe schon selbst.

      Bei jedem CMS – auch wenn WordPress so einfach zu verstehen ist – fühlen sich Leute, die zuvor nichts mit Web-Content gemacht haben, etwas verloren bzw. überfordert. Beispiel: ein Menü anzulegen oder Widget-Bereiche einzurichten ist auch bei einem System wie WordPress nicht leicht für jemanden, der damit zuvor nie gearbeitet hat.

      Denn ansonsten wird man ständig gefragt, zu unterstützen. Es sind in der Regel auch Leute, die kein Budget haben. Beratungsleistung in Form von Webdesign und CMS-Administration macht also kaum Sinn für denjenigen, der gefragt wird, zu helfen. Für die einfachsten Projekte würde ich daher immer Baukästen empfehlen.

      Ich hatte genug Kundschaft, die mehr als nur eine „einfache“ Frage hatten. Und das hatte dann mit den eigenen Business-Zielen kaum noch etwas zu tun. Aus einer Frage wird Plauderei – Viele Webdesigner lassen sich von den Kunden betütteln, weil sie auf die ein paar Hundert Euro hoffen, die der Kunde dann entweder garnicht zahlt oder wenn in Raten. Oder noch besser: man lässt sich kostenlos auf den Mist ein, um Referenzen zu sammeln. Selbstbetrug.

      Und so stecken die ganzen Webdesigner in ihrem Kleingewerbe fest, wie selbst ich viele Jahre. Wer selbst nicht an etwas großes Glaubt, zieht Menschen an, die die Mangelbewussten ausnutzen. So einfach ist das ;-)

      Und jetzt habe ich sogar selbst geplaudert. Aber dafür hat es ja schließlich mal Blogs gegeben, nicht wahr? :-D

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