Qualität geht vor Quantität! Oder?

Der wahre Wert Deiner Follower

Qualität vor Quantität ist eine populäre Debatte im Bereich Social Media. Die Anzahl der Follower spielen keine Rolle… Wie viele Fans Deine Facebook Seite hat, ist nicht wichtig… Wie häufig Deine Blogartikel und Statusmeldungen kommentiert werden, sind bedeutungslos. Es gibt eine Menge Posts da draußen mit dem Ziel, diese Aussagen zu beweisen.


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Es gibt auch eine Menge Leute, die glauben, dass Qualität der einzige Social-Media-Faktor ist. Aber ist es wirklich so? Und das ist, was ich heute behandeln möchte. Ich möchte Bezug nehmen zur Diskussionen über das anhaltende Thema „Qualität vor Quantität“. In diesem Artikel versuche ich Deinen Blick auf einige Fragen bezüglich Social Media-Marketing zu lenken, die es lohnen genauer betrachtet zu werden. Richte Deinen Blick einmal auf den tatsächlichen Wert Deiner Social-Media-Anhänger und stelle Dir die Frage, warum Qualität beim Content-Marketing allein nicht zählt.

Sprungmarken:

Was für einen Unterschied macht die Anzahl?

Wenn Du engagiert bist, mehr Anhänger zu bekommen, solltest Du eine klare Vorstellung davon haben, welchen Zweck die Anhänger in Zukunft dienen sollen. Angenommen, Du entscheidest Dich, über dubiose Anbieter tausende Follower zu kaufen oder fängst an, willkürlich Leuten zu folgen oder zufällige Freundschaftsanfragen zu versenden. Schafft diese Art des Follower-Generierens wirklich einen vielversprechenden Unterschied? Ich denke, Du kennst die Antwort.

Aus all diesen willkürlichen Techniken ist Social Proof das Einzige was Du aus diesen Bemühungen erhältst. Wenn Du Dich darauf versteifen solltest und Dein Ziel darin siehst, lediglich die Zahl Deiner Facebook-Fans und Twitter-Follower in die Höhe zu treiben, aus der Hoffnung, dass ein paar dieser Follower über Deine Blogartikel stolpern, solltest Du gründlich überprüfen, ob dies die richtige Strategie ist.

Sollte Social-Sharing das Ziel sein?

Die Antwort ist ja und nein. Einige meiner Artikel haben über 150 Retweets. Das ist eben eine andere Art von Social Proof, sie ist vertrauenswürdiger. Wenn Du zu Beginn eines Artikels die Anzahl der Likes und Retweets siehst, beeinflusst dies Deine Entscheidung, ob Du einen Artikel weiterliest? Ich gebe zu, bei mir ist es so – ich bin eher dazu geneigt weiterzulesen, wenn ich sehe, dass der Artikel bereits oft retweetet oder geliked worden ist.


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Und genau das beschreibt Social Proof: es ist schwer, sich als Einzelner oder Minderheit gegen eine echte oder vermeintliche Mehrheit zu stellen. Deshalb besitzt das Prinzip von Social Proof in der Praxis auch so viel Manipulations- und Überzeugungsmacht.

Die Anzahl der Facebook-Fans eines Blogs, die Anzahl der Twitter-Follower, die Anzahl der Retweets, die Anzahl der Kreise, in die man Dich bei Google+ gesteckt hat und die Anzahl der Kommentare Deiner Blogartikel sind eine Art Gütesiegel, dass der Artikel oder Blog hochwertig ist. Wir wollen uns schließlich nicht mit mittelmäßigen Dingen zufrieden geben, nicht wahr?

Abgesehen davon, bringt jeder Retweet neue Besucher auf Deine Website. Und je mehr Besucher Du bekommst, desto besser stehen die Chancen auf Deinen nächsten potentiellen Kunden zu treffen. Aber letzten Endes ist der Effekt für Deinen Traffic durch Retweets und Likes nicht wirklich wichtig. Wie meine ich das?

Beziehungen aufbauen: Schlüssel zum Erfolg oder Teil des Puzzles?

Und so sehr ich es auch unterstützen möchte, dass Beziehungen der Schlüssel sind und es nichts Wichtigeres gibt… Du benötigst Beziehungen, wenn Du Deine Vertrauenswürdigkeit ausbauen möchtest.

Und genau das ist der Punkt – wenn Du Dich nicht auf Deinen Content konzentrierst, wird es nicht leicht, viele Leute zu erreichen. Schließlich bringt der Content Dir die Besucher, zu denen Du wertvolle Beziehungen aufbauen kannst. Wenn Du also aufhören solltest, Links zu Deinen Blogartikeln mit anderen zu teilen, wird Dein Blog-Traffic sinken. Dass Du in Konversationen mit anderen Leuten über Twitter oder Facebook steckst und die daraus entstandenen Beziehungen ernsthaft pflegst, steuert dem sinkendem Traffic leider nichts entgegen.

Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich engagiere mich sehr auf Twitter. Aber wenn nicht hin und wieder ein Link zu Deinen Blogartikeln in Deiner Timeline auftaucht, verschenkst Du die Möglichkeit targetierten Traffic zu generieren und dadurch neue wertvolle Beziehungen aufzubauen.

Du kennst es bestimmt: du bist bei Twitter oder Facebook so vertieft in einer Konversation, dass Du es total vergisst, einen Blick auf den Blog Deines Gesprächspartners zu werfen und diesen mit anderen zu teilen. Es folgt die nächste Konversation und der Kreislauf beginnt von neuem. Selbst wenn Gespräche Deiner Timeline für jeden Deiner Abonnenten eine echte Bereicherung darstellen, bringen die Beziehungen zu Deinen Followern nichts, wenn Du es nicht schaffst, die Aufmerksamkeit auf Deinem Blog aufrecht zu erhalten.

Social Media-Kanäle als erfolgversprechendes Marketinginstrument zu nutzen, setzt Qualität vor Quantität also nicht voraus. Du benötigst die richtigen Anhänger, die engagiert sind. Und du benötigst eine Menge von ihnen, damit Du mehr Klicks auf Deine Links erhältst. Ich würde sagen, es ist ein Mix aus Qualität und Quantität.

Sind Follower und Fans wirklich hilfreich?

Oder noch allgemeiner formuliert: hilft Social Media, um die Erfolgsquote Deines Blogziels zu erhöhen? Ein Like oder Retweet und der daraus entstehende Traffic wird Dir nicht weiterhelfen. Retweets, Likes und Plus’es sind ja schön und gut, aber das sollte nicht Dein Ziel sein.

Wenn Du in der Lage bist, Anhänger zu generieren, die nicht nur bereit sind, Deine Artikel weiterzuempfehlen, sondern Deinen Blog zu abonnieren, sich in Deinen Newsletter einzutragen und sogar willens sind, Deine Produkte zu kaufen, dann sind es Anhänger, die sich wirklich lohnen. Diese Anhänger sind es, die Du anstreben solltest, zu erhalten.

Eine Theorie beschreibt, dass die Follower-Automatisierung Dir nicht dabei helfen kann, kauffreudige Follower zu generieren. Nun, das ist nicht wirklich zutreffend. Jeder, der diese Tools über einen etwas längeren Zeitraum bereits schon mal ausprobiert hat, weiß, dass es durchaus funktioniert. Ich setzte jedoch auf manuelle Account-Pflege, auch wenn ich etwa 90 Minuten am Tag dafür aufbringen muss. Das ist es mir wert! Außerdem ist über den manuellen Weg die Rückfolgerate höher.

Schluss

Also Qualität vor Quantität? Beides. Es geht nicht immer um die Anzahl der Follower oder Retweets, aber dennoch sind Zahlen integraler Bestandteil der Gleichung. Was ist Deine Meinung dazu? Geht es primär um das Engagement Deiner Anhänger oder könnten ein paar mehr Anhänger einen Unterschied machen?


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(Artikelbild von Nina Matthews Photography, Bild von FindYourSearch, CC-Lizenz)

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Jonathan

Hi, ich bin Jonathan Torke, WordPress-Programmierer. Auf pixeltuner.de blogge ich über Webdesign und Social Media. Außerdem teile ich über Twitter täglich frische Ressourcen für Webdesigner und -Entwickler. Du findest mich auch bei Google+, Facebook und deviantART.

4 Antworten auf "Der wahre Wert Deiner Follower"
  • Hallo,
    ich habe auch schon viel über Qualität und Quantität nachgedacht und auch schon in meinem Blog darüber geschrieben. Ich denke, dass eine gesunde Mischung aus beidem sehr wichtig ist. Klar kann ich mir die Finger wund schreiben. Wenn es keiner liest, bringt das wenig. Schlimm finde ich allerdings gekaufte Fans und Follower. Dann lieber wenige aber solche, die sich auch für das interessieren, für das ich mich interessiere. Denn dann ist ein Retweet oder ein Like sehr viel wahrscheinlicher. In diesem Sinne, macht weiter so.
    VG aus Mülheim an der Ruhr

  • Ben:

    Bei beschränkter Zeit hat man nicht immer die Möglichkeit, auf Quantität zu gehen. Qualität geht aber immer: Ein Artikel kann über längere Zeit wachsen (auch ohne veraltet zu sein) und dann nach z.B. einer Woche fertig sein.

    Bevor man an Quantität arbeitet, sollte also die Qualität stimmen. Was bringen viele Artikel, die keiner liest?

  • Sehe das genauso wie Ben, Qualität geht immer. Muss immer…

    Beim Thema Social Shares als Social Proof bin ich immer ein bisschen vorsichtiger, weil es genug Möglichkeiten gibt die Zahlen zu pushen (z.B. justretweet.com oder ähnliche Plattformen). Nicht alle sind unseriös, aber es ist eben etwas anderes als wenn Leser aus freien Stücken heraus einen Artikel teilen weil sie ihn gut finden.

    Das Ziel sollte sein, und damit gehe ich mit Jonathan, Beziehungen aufzubauen. Wie, das bleibt denke ich jedem selbst überlassen ;-)

  • Hallo,

    klasse Beitrag!

    Ich empfinde sowohl Qualität als auch Quantität als gleichwertig. Natürlich ist auch wichtig eine loyale fanbase aufzubauen, die regelmäßig deine Beiträge liked und shared, aber die Anzahl bzw. die Größe spielt auch eine wichtige Rolle. Sie zeigt auch, was für eine Relevanz deine Beiträge haben und ob sie nicht vielleicht besserungsbedarf haben. Das Wichtigste ist, aber dass man nicht nur für seine Base berichte schreibt, sondern auch für sich selbst, denn das war ja mal der erste Grund, warum man überhaupt mit dem Schreiben angefangen hat.

    Mit freundlichen Grüßen
    kundentests.com

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