Das Panda-Update für eine bessere Suchmaschine.

Suchmaschinenoptimierung seit Google Panda

Das große und lang erwartete Update des Algorithmus namens „Panda“ wurde von dem Suchmaschinengigant Google bereits im Februar angekündigt, im August erreichte das Update zunächst die USA, anschließend UK und dann Deutschland. Das Ziel des Updates ist es, die Suchergebnisse qualitativ aufzuwerten. Dabei geht es hauptsächlich um die Qualität der Webseiten und deren Inhalte.


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Contentfarmen sollen abgewertet werden während Webseiten mit qualitativ hochwertigen Texten ein besseres Ranking erhalten. Mit dem Update reagiert Google auf die massive Kritik der vergangenen Monate bezüglich der Webseiten, die ausschließlich Content generieren, jedoch keinerlei Wert auf dessen Qualität legen.

Sprungmarken:

In der Vergangenheit gab Google die Möglichkeit für seine User des hauseigenen Webbrowsers Chrome, in den Suchergebnissen unerwünschte Inhalte manuell zu blockieren. Diese als Studie getarnte Funktion wurde sicherlich in den Suchergebnissen des Panda-Updates integriert. Folglich werden Webseiten, die von vielen Usern zum Beispiel wegen minderwertigem Content blockiert wurden, im Google-Ranking deutlich abgestuft.

Nach dem Update in den USA werden seit dem 13. August alle weiteren Sprachen, Chinesisch, Japanisch und Koreanisch ausgenommen, von dem Update beeinflusst. Nach Angaben von Google werden die Suchergebnisse durch den Panda zu sechs bis neun Prozent beeinflusst.

Verlierer und Gewinner

Nach Angaben der Google-Mitarbeiter sind die größten Verlierer diejenigen, die wenig eigenen Content, dafür aber viel Werbung anbieten. Hohe Absprungraten sind ebenfalls ein Kriterium für das Abwerten einer Webseite. Die Suchmaschine kann nach wie vor nicht genau erkennen, welcher Content gut bzw. schlecht ist. Die größten Verlierer werden somit Webseiten sein, die User-generierten Content anbieten. Dies spiegelte sich bereits kurz nach dem Update wieder.

Top 10 betroffene Webseiten von dem Google-Panda-Update in Deutschland (laut sistrix.de):


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  1. kelkoo.de -86%
  2. alatest.de -70%
  3. wikio.de -65%
  4. online-artikel.de -63%
  5. webnews.de -62%
  6. suite101.de -59%
  7. helpster.de -59%
  8. dasverzeichnis.info -59%
  9. openpr.de -59%
  10. yopi.de -56%

Auf der anderen Seite die Top 10 der Webseiten, die von dem Panda-Update profitieren (laut blog.searchmetrics.com):

  1. webauto.de +133%
  2. songtexte.com +84%
  3. android.com +42%
  4. golem.de +21%
  5. webwiki.de +21%
  6. zdnet.de +18%
  7. kino.de +17%
  8. androidpit.de +14%
  9. blogspot.com +11%
  10. stern.de +11%

Sehr auffällig ist der starke Verlust vieler Webseiten, die aufgrund ihres teilweise schlechten bzw. User-generierten Contents hohe Verluste aufweisen. Auf der anderen Seite können nicht viele Webseiten von dem Panda-Update profitieren bzw. der Unterschied zu der Zeit vor dem Update ist nicht so groß. Während webauto.de einen Sprung um 133 Prozent genießt, ist es bei stern.de nur elf Prozent, wobei die beiden Seiten gerade Mal 9 Plätze trennt. Dementsprechend klein wird der Vorteil anderer Webseiten nach dem Panda-Update sein.

On-Page Optimierungen für einen glücklichen Panda

Wie Google bereits ankündigte und viele Webseiten bewiesen, zahlt sich guter Content aus. Autoren und Betreiber von Webseiten müssen sich folgende Frage stellen:

„Bietet meine Webseite und ihr Inhalt einen einzigartigen Mehrwert?“

Folgende Tipps sollten für die On-Page Optimierung befolgt werden:

  • vermeide doppelten Inhalt
  • folge einer klaren und deutlichen Struktur
  • Besucher und die Suchmaschine müssen deutlich erkennen, worum es auf der Webseite geht
  • der Suchende muss erhalten, wonach er gesucht hat
  • die Inhalte der Webseite müssen gut recherchiert sein, Rechtschreibfehler müssen vermieden werden

Des Weiteren sollte man:

  • Inhalte von anderen Webseiten nicht kopieren
  • Zitate kennzeichnen
  • die Seitenstruktur klar mit HTML-Tags definieren
  • wichtige Inhalte und Phrasen hervorheben
  • die Absprungrate (Bounce Rate) durch qualitativ hochwertigen Inhalt reduzieren
  • ein gesundes Verhältnis zwischen Texten, Bildern und Videos einhalten

Suchmaschinenoptimierte Texte für den Panda

Ein SEO Text wurde vor dem Panda-Update so geschrieben: Zwei, drei Quellen aussuchen, den Text umschreiben und die geforderte Anzahl der Keywords setzen. Kritisiert wurden SEO Texte oftmals wegen der sehr starken Unleserlichkeit und dem unschönen Klang. Je nach Vorgaben mussten SEO Texter oftmals eine Keyworddichte von bis zu drei Prozent und mehr erreichen. Dass diese Texte nicht schön aussehen und klingen, sollte jedem klar sein.

Wem nicht, einfach mal ausprobieren – am besten mit einer Keyword-Kombination. Diese äußerst ästhetische Wortkette neun Mal in einem kurzen 300-Wörter Text untergebracht und auch der anspruchsloseste Leser wendet sich, im besten Fall verwirrt, ab.

Das größte Problem bei den SEO Texten war die Recherche, da zwei oder drei Quellen oftmals nicht ausreichen, um einen guten Text zu schreiben, es müssen so viele Quellen wie möglich herangezogen werden und das jeweilige Thema bis ins kleinste Detail beschrieben werden, damit der User einen Nutzen daraus ziehen kann. Auch bei der Wahl der Quelle sollte man nicht einen beliebigen Blog nehmen, sondern renommierte Zeitungen, bekannte Portale oder Ähnliches wählen.

Wer zusätzlich seine Quellen außerhalb des Internets bezieht, zum Beispiel aus Büchern und Zeitungen, der verringert gleichzeitig die Chance, dass sein Content doppelt im Internet gelistet wird. Die Keywords bleiben auch nach dem Panda Update relevant für eine gute Positionierung innerhalb der Suchergebnisse. Allerdings sollen die Prioritäten bei den Menschen und nicht bei den Maschinen liegen.

Das Lohndumping der Texter, die teilweise für einen Cent pro Wort arbeiten, hat sich ebenfalls stark auf die Qualität des Internets ausgewirkt. Professionelle Schreiber brauchen für einen Artikel mit 300 bis 500 Wörtern eine gute Stunde. Geht man somit von dem einen Cent pro Wort aus, ergibt sich ein Stundenlohn, mit dem kein Mensch leben kann. Ab sofort gilt: Qualität vor Quantität.


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Der Einfluss von Social Media

Das Panda-Update ist seit gut einem Monat in Deutschland online und noch lässt sich nicht genau sagen, inwieweit das +1 von Google+ das Ranking der Webseiten in Zukunft verändern wird, jedoch die persönlichen Ergebnisse – sofern man mit einem Google-Account angemeldet ist – werden schon beeinflusst. In Zukunft wird es sicherlich wichtiger, dass Twitter und Co. nicht mehr nur zur Verbreitung des Contents genutzt werden, sondern dazu, um sozial und kompetent über seine Themen und Artikel zu diskutieren.

Wer auf Twitter 1.000 Follower hat, gleichzeitig aber auch 1.000 Menschen folgt, der macht sicherlich etwas falsch und bringt auch nicht den gewünschten Traffic auf die eigene Webseite bzw. es landen nicht diejenigen dort, die gesucht werden.

Social Media wird auch nach dem Panda-Update eine immer wichtigere Rolle in der Webpräsenz einnehmen und jeder freut sich, wenn der Inhalt der eigenen Webseite in sozialen Netzwerken geteilt wird. In Zukunft werden die Besucher allerdings nur noch Artikel mit Freunden teilen, die sich wirklich lohnen. Als Webmaster solltest du somit viel Wert auf den eigenen Content legen, der qualitativ hochwertig sein muss, damit er das „+1“ und „like“ Wert ist.

Social Media Werbung ist unerwünscht

Während immer mehr Blogs und Webseiten online gehen, wächst auch die Gier nach Geld der Besitzer. Wer die Lust am Schreiben verliert bzw. Artikel nur aus dem Grund schreibt, mit ihnen Geld zu verdienen, wird früher oder später nicht mehr den gewünschten Erfolg erzielen. Social Media Marketing sollte aus diesem Grund nicht mit Werbung kombiniert werden, da es nicht dazu gedacht ist. Die Werbung ist nur ein Teilbereich des Marketings, der allerdings im Bereich Social Media irrelevant ist.

Wer seine Kunden und Social Media Freunde auf Dauer nur dazu ausnutzt, um Geld durch sie zu generieren, der wird diese Beziehungen zerstören. Neue Kundenbeziehungen sind viel schwerer zu erschließen, als bereits bestehende aufrechtzuerhalten. Dementsprechend sollte jeder Webseiten-Besitzer versuchen, seinen Freunden auf Facebook und Followern auf Twitter einen Mehrwert zu bieten, damit sie ihm auch weiterhin treu bleiben.

Des Weiteren kann Twitter genutzt werden, um die eigenen Artikel zu indexieren. Google ist in dieser Hinsicht sehr schnell, wer seine Artikel auf Twitter mit seinen Followern teilt, der erscheint teilweise innerhalb von fünf Minuten in den Google Suchergebnissen.

Das Beispiel Facebook Ads

Die Social Media Plattform Facebook ist ein online Medium, wo sich Menschen virtuell mit ihren Freunden verbinden wollen. Aus diesem Grund sind die Facebook Ads, also die Werbung, die auf der rechten Seite einer Facebook-Seite angezeigt wird, für diese Zielgruppe nicht erwünscht. Facebook-User ignorieren diese Werbung schlichtweg oder melden den Werbenden gleich als Freund ab. Der richtige Weg in diesem Fall ist der schwere aber lohnenswerte Aufbau einer Community auf der eigenen Webseite. Dazu gehört das regelmäßige Kommentieren der eigenen Artikel, damit eine Beziehung zu den Lesern aufgebaut werden kann.

Was bedeutet Google Panda für SEO Firmen und Freelancer?

Ganz einfach: Sie müssen sich umstellen und qualitativ hochwertigen Content für die Leser und nicht für den Google Bot bereitstellen. In der Regel sollte sich an dem bisherigen Schreibstil nichts großartig ändern, denn Qualität wurde von Google auch bisher belohnt. Allerdings sollte man sich nun bei der Wahl zwischen Leserlichkeit und „den Keyword-Rattenschwanz quetsche ich hier noch mal rein“ evtl. lieber zu Gunsten des vermeintlich lebenden Besuchers entscheiden. Profitieren wird davon besonders der Leser, der nun den Content erhält, nach dem er gesucht hat.

Freelancer und Texter werden durch das Panda-Update entlastet, da sie nun nicht mehr gezwungen sind, unschöne und unsaubere Texte zu verfassen, sondern sie können ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Die Zukunft der Suchmaschine Google

Das Panda-Update ist nur einer der vielen Schritte, die Google auf dem Weg, hin zu einer besseren Suchmaschine macht.


In diesem Video erklärt der Leiter des Webspam-Team (Matt Cutts), wie Google genau funktioniert.

In Zukunft werden die Entwickler versuchen, dass die Suchmaschine gut geschriebene Texte von schlechten besser unterscheiden kann. Dabei geht es nicht nur um die Rechtschreibung, sondern auch Grammatik. Die Zukunft kann natürlich niemand voraussagen. Ob Google in Deutschland und Europa auch in ein paar Jahren der Marktführer unter den Suchmaschinen sein wird, ist schwer zu sagen.

Wer auf Nummer sicher gehen will bzw. sich durch das Panda-Update zu Unrecht benachteiligt fühlt, der sollte seine Webseiten nicht nur für die Google Suchmaschinenoptimierung ausrichten, schließlich gibt es noch Yahoo, Bing und andere Dienste. Die Gesetze für den SEO-Bereich im Netz werden aber nach wie vor von Google im Alleingang gemacht.

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Jonathan

Hi, ich bin Jonathan Torke, WordPress-Programmierer. Auf pixeltuner.de blogge ich über Webdesign und Social Media. Außerdem teile ich über Twitter täglich frische Ressourcen für Webdesigner und -Entwickler. Du findest mich auch bei Google+, Facebook und deviantART.

Eine Antwort auf "Suchmaschinenoptimierung seit Google Panda"
  • Max:

    Hallo.
    Auch Monate nachdem der Panda über uns gekommen ist liest sich dein Text noch gut und ist weiterhin informativ.
    Ich finde es ja grundsätzlich positiv, daß sich Google bemüht die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern. Aber was es in den letzten Monaten an Auf und Ab gab war für ich nur schwer zu verstehen. Natürlich ist die Optimierung der Suchergebnisse durch Google ein ständiger, fließender Prozess, aber so hektisch wie sich da die Dinge entwickelt haben konnte man kaum richtig reagieren.
    Gruß, Max

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