Warum guter Content allein kein Erfolgsgarant ist

Content is (nicht) King: Andere Marketing-Elemente, die die Krone verdienen

Content is King! Wenn Du bereits seit ein paar Wochen Bloggen solltest, wirst Du sicherlich mit dieser Phrase vertraut sein. Es gibt immer wieder Blogger, die Dir erzählen, dass die Qualität Deiner Artikel das Wichtigste sei, was beim Bloggen zählt.


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Es ist wie eine Kirche, in der tausende Blogger die ganze Zeit davon predigen, wie wichtig die Qualität von Blogbeiträgen ist. Aber wisst ihr eigentlich, wer diese Phrase geprägt hat? Es war kein geringerer als Bill Gates, der in einem Essay im März 1996 diese Phrase erstmalig verwendet hatte. Aber um Bill Gates soll es heute nicht gehen. In diesem Artikel gehe ich auf Marketing-Elemente ein, die der beliebtesten Internet-Phrase die Krone stehlen könnten.

(Bild von flickr.com © Khalid Albaih, CC-Lizenz)

Sprungmarken:

Besucher kommen nicht von allein

Angenommen, Du hast Deinen Blog gut vorbereitet und hast gerade angefangen zu schreiben. Dabei hast Du Dich entschieden den Schwerpunkt Deiner Beiträge auf Qualität und eine hohe Schreibfrequenz zu setzen.

Alles läuft soweit bestens. Du veröffentlichst Deinen ersten Blogartikel, Deinen Zweiten, Dritten, Zehnten, Zwanzigsten… und dann kommt einer dieser erleuchtenden Momente, in den Du bemerkst, dass Deine wertvollen Gedanken in Deinen Artikeln kaum Feedback erhalten, keine Kommentare hinterlassen werden und niemand Deinen Blog abonniert. Totenstille.

Und obwohl Du Dich bemühst, öfters in der Woche hervorragende Artikel zu schreiben, scheint Google an der Qualität Deiner Artikel nur wenig interessiert zu sein, noch zeigen sich Leser aus Deiner Nische erkenntlich. Gerade zu Anfang eines Blogs haben Artikel eigentlich nur eine Funktion – Sie bilden eine gute Basis.

Nun ist es an der Zeit, Dich mit den Gedanken anzufreunden, dass Deine Besucher nicht von alleine auf Deinen Blog stoßen werden. Jetzt ist es sinnvoll, die Analyse-Daten auszuwerten und die richtigen Tools zu verwenden um das Verhalten Deiner Blogbesucher zu studieren.


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Social Media – Ein Schritt in die richtige Richtung

Wahrscheinlich realisierst Du langsam, dass der Klick auf den „Veröffentlichen“-Button nicht ausreicht, um eine riesige Herde durstiger Wildkamele anzulocken.

(Bild von flickr.com © Rosaura Ochoa, CC-Lizenz)

Ein weiterer dieser erleuchtenden Momente:

„Hey, ich bin doch auf Facebook, warum teile ich nicht einfach meine Blogartikel mit meinen Freunden?!“

Es scheint, als ob Du gerade auf den richtigen Weg sein könntest. Deine Freunde sind zwar nicht die begeisterten Angler (wir inszenieren jetzt einfach mal, dass Dein Blog über das Angeln handelt), aber die Auswertung des Webanalysedienstes von beispielsweise Google Analytics zeigt, dass auf Deinem Blog einige Aktivitäten seit dem im Gange sind. Es ist das erste Mal, dass Dein Blog 40 Besucher an nur einen Tag aufweist.

Du hast es geschafft, dass Besucher über Facebook auf Deinen Blog geleitet worden sind. Das ist großartig! Doch die Counter Deiner kürzlich eingebundenen Share-Buttons auf Deinem Blog sind immer noch bei Null! Es sind nicht nur Deine Artikel, es ist nicht nur das Teilen auf Facebook – was ist es noch?

Marketingstrategie und Beziehungen

Einige Wochen vergehen. Du veröffentlichst weitere hochwertige Blogartikel und teilst sie mit Deinen Facebook-Freunden. Dein Blog hat nur leider immer noch nicht mehr als 40 Besucher am Tag. Kein Wunder, schließlich hast Du die letzten Wochen das selbe gemacht, du kannst also keine anderen bzw. besseren Ergebnisse erwarten.

(Bild von flickr.com © ralphpaglia, CC-Lizenz)

Mittlerweile weißt Du, wie gut Deine Blogartikel sind, aber auch, wie schwer es ist, durch Facebook vorzeigbare Besucherzahlen für Deinen Blog zu generieren. Dann, eines Tages stolperst Du über einen Artikel mit dem Titel „Wie wichtig ist Twitter im Marketing-Mix?„.

Twitter… Davon hast Du doch bestimmt schon mal gehört. Du meldest Dich dort an, fängst an anderen Leuten zu folgen und versendest Tweets zu Deinen Blogbeiträgen. Während die Zeit vergeht, entdeckst Du einige nützliche Twitter-Tools, Du folgst den richtigen Leuten und beginnst Dich engagiert mit ihnen auszutauschen. Es entstehen wertvolle Beziehungen, Du schreibst einen Gastartikel oder zwei. Deren Publikum wird auf Dich aufmerksam und entdecken Deine einzigartigen Blogartikel. Deine Facebook-Seite erhält nun auch mehr Likes und Leser.

Nun meldest Du Dich auch bei Google+ an. Dort erstellst Du eine Seite für Deinen Blog, was bei Facebook in etwa der Fanpage entspricht. Über Deine Google+ Seite teilst Du nun alle Deine Blogartikel. Parallel richtest Du Dein privates Profil ein, über das Du aus einen sinnvollen Mix aus privaten Bereichen und Empfehlungen zu Deinen Blogartikeln über Deine Google+ Seite für Deinen Blog berichtest. Auf diese Weise werden Deine privaten Anhänger auch auf Deine offizielle Google+ Seite für Deinen Blog aufmerksam. Nach um nach wanderst Du in die sinnvoll angelegten Kreise Deiner Leser. Selbstverständlich steckst Du die Nischenbewohner ebenfalls in Deine Kreise.

Richte Deine Aufmerksamkeit also auf die sozialen Netzwerke, die für Dich und Deinem Themen-Blog sinnvoll erscheinen. Denn die Liste endet bei weitem nicht mit Facebook, Twitter und Google Plus. Je nach professionellen Blogziel empfiehlt sich natürlich auch XING. Wenn Du einen Fotoblog betreiben solltest oder Dich sowieso visuell mitteilen möchtest, bieten sich Netzwerke und Communities wie deviantART, Flickr, 500px, aber auch Blogs auf Tumblr bestens an, um an Deine Nische heranzutreten, um von dort aus auf Deine Blogartikel zu verweisen. Du siehst also, dass das Internet eine schier endlose Vermarktungsoberfläche für Deinen Blog bietet. Du erschaffst Dir gewissermaßen Dein eigenes Netzwerk.

Weitere Wochen vergehen und nun merkst Du, dass Dein Blog schon längst weit mehr als 40 Besucher am Tag vorweist.

Und jetzt frage ich Dich:


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“Ist die Qualität Deiner Blogbeiträge für den Besucheranstieg Deines Blogs verantwortlich?“

Bist Du in der Lage, Aufmerksamkeit zu erregen?

Wenn Du es nicht schaffst, dass andere Leute auf Deine Blogartikel aufmerksam werden, kann die Qualität Deines Blogs noch so gut sein – der gewünschte targetierte Traffic wird ausbleiben. Und selbst wenn Du Deine Besucher durch Social Media-Plattformen gezielt auf Deine Blogartikel gelenkt hast und Du hervorragende Arbeit in Sachen Suchmaschinenoptimierung geleistet haben solltest, werden viele Leser binnen Bruchteilen von Sekunden Deinen Blog wieder weg x’sen, wenn Dein Blog-Design schlecht ist.

Blog-Design

Viele von euch werden jetzt kontern und sagen, was wirklich zählt, ist der Inhalt sowie eine gezielte Suchmaschinenoptimierung eines Blogs. Es stellt sich jedoch heraus, dass diese Aussage nur teilweise zutrifft. Ich möchte keinen von euch zu Nahe treten, jedoch bin ich der Meinung, dass Leute, die vorige Aussage tatkräftig unterstützen, keine Ahnung von gutem Design haben. Kannst du Dir vorstellen, das TechCrunch oder Mashable mit diesem Design gleichen Erfolg ernten würden?

Heutzutage können wir in denkbar einfachen Schritten einen Blog erstellen. Sei es mit Hilfe der populärsten kostenfreien Content Management Systeme wie WordPress, Joomla!, Drupal oder Typo3, die kostenlose- aber auch Premium-Themes anbieten. Die Theme-Auswahl scheint unendlich und bietet für jeden Geschmack und jeden Bereich sehr gute und ansprechende Design-Lösungen mit einfach nachvollziehbaren Text- und Video-Anleitungen.

Zurück zum Bloginhalt und seine Rolle

Und erst jetzt ist das der Zeitpunkt, in den die Inhalte Deiner Blogartikel beginnen tatsächlich eine Rolle zu spielen. Und was für eine Rolle spielen Deine Blogartikel? Vielleicht 3-4 Minuten, maximal. Wenn Besucher Deine Artikel gerne lesen und Du Ihnen die Möglichkeit verwehrst, Deine Artikel zu abonnieren oder keine Social-Share-Funktion innerhalb Deiner Artikel vorhanden ist, werden die 3-4 Minuten Lesezeit eines Einzelnen wertlos erscheinen hinblicklich der vertanen Möglichkeit, einen viralen Effekt mit Deinen Blogartikeln zu erzielen.

Schluss

Weder der Inhalt Deiner Blogartikel, noch die oben erwähnten Aspekte verdienen die Krone. Blogging ist mehr als nur Artikelschreiben. Hierbei gibt es weniger wichtige Aspekte, während andere eine größere Rolle spielen. Blogging ist Teil von Social Media. Am Ende muss das Zusammenspiel passen, wenn du mit Deinem Blog erfolgreich sein möchtest und Deine Blogpopularität steigern möchtest.

Was hältst Du von dem ganzen „Content is King“-Dilemma? Ist der Bloginhalt Deiner Meinung nach wirklich der König bzw. der wichtigste Aspekt eines Blogs?

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Jonathan

Hi, ich bin Jonathan Torke, WordPress-Programmierer. Auf pixeltuner.de blogge ich über Webdesign und Social Media. Außerdem teile ich über Twitter täglich frische Ressourcen für Webdesigner und -Entwickler. Du findest mich auch bei Google+, Facebook und deviantART.

8 Antworten auf "Content is (nicht) King: Andere Marketing-Elemente, die die Krone verdienen"
  • Nicht schlecht! Da ist Viel dran. Was für mich persönlich Nichts daran ändert, dass ich Facebook, Twitter und Google+ links liegen lasse. Aber ich muss auch nicht erfolgreich sein mit meinem Blog, da es ein reines Hobby ist. Da kann ich mir eine gewisse Eigenbrötelei leisten. Wenn ich mich nächstes Jahr selbstständig mache, werde ich Marketing-Überlegungen ganz sicher mit einbeziehen müssen.

    So richtig rührend war das von Dir verlinkte „Musterdesign“. Da könnte ich glatt nostalgisch werden. So etwa sahen meine ersten Gehversuche mit html aus. Das war damals html 2.0, und dürfte ungefähr 20 Jahre her sein. Ein Glück, dass diese Art von Augenpulver inzwischen weitgehend vorbei ist. Aber wenn ich mal von den furchtbaren Farbkombinationen absehe, dann stelle ich fest, dass es auch heute noch auf vielen Seiten blinktbimmeltpiept. Der ganze Bildschirm ist vollgekleckert mit Werbung und furchtbar wichtigen Zusatzinformationen. Und wenn ich das Browserfenster zusammenschiebe, weil ich noch ein anderes Fenster brauche, bekomme ich sofort einen Scrollbar. Von den auf den meisten Seiten verwendeten Schrift-„größen“ will ich gar nicht erst reden. Ich bin etwas älter und sehe nicht mehr so gut. Ich will den Text verdammt noch mal in der Schriftgröße lesen, die ich mir eingestellt habe. Diese „Webdesigner“, die glauben, mich hier bevormunden zu müssen, könnte ich auf den Mond schießen.

    Leider glauben gerade viele ältere Menschen, das Faktische wäre das Normative, und die Schuld läge bei ihnen.

    Aber genug des Gejammeres über real existierendes Webdesign. Wenn es um den Erfolg eines Blogs geht, dann führt wie bei jedem anderen Produkt an Marketing wohl kein Weg vorbei. Natürlich gibt es so Etwas wie Mundpropaganda. Aber wenn man sich alleine darauf verlässt, dann ist der Erfolg eines Blogs weitgehend Glückssache.

    • Jonathan

      Hi Siegfried,

      die ersten Gehversuche… Auweia, wenn ich zurückdenke – ich kann Dir da nur zustimmen. Ich saß vor dem PC, ich glaube es war mit Windows 3.1 und war vom Webdesign überwältigt. Vom Design hatte ich damals keine Ahnung, dementsprechend sahen die Ergebnisse auch aus. Bei mir sind es aber keine Zwanzig Jahre. Ich erinnere mich, dass ich im Alter von 14 mich das erste Mal mit diesem Thema auseinandergesetzt hatte. Das ist jetzt 16 Jahre her. Die Möglichkeiten, die uns heute zu Verfügung stehen und die Komplexität beim Webdesign haben das Berufsbild komplett verändert.

      Zwar wird der Erfolg eines Blogs oder einer Website von deren Betreibern definiert. Aber letzten Endes geht es doch darum, eine immer größere Masse zu erreichen. Egal, ob man durch einen Blog Geld verdienen möchte oder einfach nur vor sich hinschreiben möchte, feste steigende Besucherzahlen sind stets willkommen. Die daraus entstehenden Möglichkeiten sind einfach unvorstellbar umfangreich.

      Social Media ist mehr als nur Facebook und Twitter. Das Potential in Social Media ist unendlich und im Verhältnis zum Offline-Marketing um ein vielfaches günstiger. Mit ausreichendem Engagement schafft man es, sich ein gigantisches Netzwerk aufzubauen, mit potentiellen Kunden. Ich bin der Überzeugung, dass Firmen es als eine Pflicht ansehen sollten, Blogs zu führen, statt zig tausende Euros in Printmarketing zu investieren. Aber das ist ein anderes Thema.

      Lieben Gruß

  • Was Deine Einschätzungen der Möglichkeiten angeht, das sehe ich ähnlich. Aber ich beziehe das in der Tat auf potentielle Kunden. Und privat habe ich keine Kunden. Beruflich schon. Also halte ich auch beim Marketing Beides sauber voneinander getrennt.

    Es gibt jedoch einen Punkt, in dem sich beide Bereiche überschneiden. Dieser punkt hat was zu tun mit Mundpropaganda und Reputation, und Beides entsteht maßgeblich durch Content. Content ist also der bereichsübergreifende Faktor für den Erfolg. Insofern würde ich Deine These also in Frage stellen. Obwohl Du vermutlich, wenn es um Kunden geht, Recht hast.

    Nostalgie: Ja, so hatte ich auch angefangen. Allerdings war ich da schon älter. Ob das nun 20 Jahre her ist, oder mehr oder weniger, so genau rechne ich das nicht. In Internet-Maßstäben war das eh irgendwann im Präkambrium. Ich bin mittlerweise 56.

  • Hui, der Artikel ist nicht schlecht! Auf jeden Fall kann man sich was von Deinem Schreibstil abgucken, sehr ansprechende Leserführung hast du auf jeden Fall drauf! Aber wenn ich ehrlich bin, kann ich die Intention Deines Beitrages nicht wirklich klar wiedergeben…. evtl sowas wie „Dein Blog muss die Strukturen von Social Media berücksichtigen“ ? Denke mal Content ist sehr wohl King, allerdings gibt es wohl 2 Seiten der Medaille… einerseits müssen die Blogartikel gelungen sein und sich auf die Zielgruppe beziehen, andererseits muss man eben auch eine gewisse „Segelgrösse“ aufbauen….. Auf jeden Fall ein interessantes Thema ;-)

    • Jonathan

      Es freut mich, dass dir der Artikel gefällt!

      …allerdings gibt es wohl 2 Seiten der Medaille: einerseits müssen die Blogartikel gelungen sein und sich auf die Zielgruppe beziehen, andererseits muss man eben auch eine gewisse „Segelgrösse“ aufbauen…

      Ich denke, Du hast die Kernaussage sehr wohl verstanden! ;-)

      Lieben Gruß und vielen Dank!

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